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(de)monstration

Screenings und Symposium

Ein Projekt von Maxim Neroda

Gastinstitution: Riesa efau Kultur Forum, Dresden

April 2006 (Screenings), UFO - ZukunftsWerkStadt; Oktober 2006 (Symposium), Motorenhalle, Kulturverein Riesa efau, Dresden (Deutschland)

Die Veränderungen zum Ende der 1990er-Jahre erfassten in den Ländern des ehemaligen Ostblocks alle Bereiche der Gesellschaft. Das Projekt "(de)monstration" beschäftigte sich am Beispiel der Sowjetunion/Russlands und der DDR/Deutschlands mit der Rolle der Kunst und der Künstler in Zeiten des Systemwechsels.

Im Frühjahr wurden Video- und Filmarbeiten gezeigt, die von Diskussionen zur Ästhetik der neuen russischen Medienkunst begleitet wurden. Die Screenings fanden im UFO statt, einem temporären Veranstaltungsort der ZukunftsWerkStadt Dresden. Präsentiert wurden Arbeiten einer ganzen Generation von russischen Künstlern, die nach der politischen Wende des Jahres 1992 auf die traditionelle Ausstellungspraxis verzichtet hat und kritisch zu den vorgegebenen Alltagsritualen stand.

Als Reaktion auf den Zusammenbruch der Sowjetunion entstand die einflussreiche künstlerische Bewegung "Aktionismus", die die Frage, ob die Kunst politisch sein muss, erneut aufgeworfen hat. Der Aktionismus hat zweifellos die ganze heutige Kunst in Russland geprägt.

Das Symposium im Herbst verfolgte das Ziel, die verbindenden Momente und die wesentlichen Unterschiede der Kunstbewegungen beider Länder im Kontext der gesellschaftlichen Prozesse zu bestimmen. Namhafte Referenten aus Moskau, Sankt-Petersburg, Berlin und Dresden waren eingeladen, die gesellschaftlich engagierte Kunst nach 1990 neu zu definieren.

Vor dem Hintergrund rasanter Veränderungen der wirtschaftlichen, politischen und sozialen Strukturen nach dem Putsch von 1990 postulierten die "Aktionskünstler" in Russland grundlegend neue Ansichten über die Rolle der Künste in gesellschaftlichen Prozessen. Im Gegenzug zur allgemeinen Entfremdung der Politik und der Künste von der Gesellschaft waren die Aktionskünstler bewusst in lebensnahen Bereichen tätig und traten so in ein Konkurrenzverhältnis zu den Massenmedien, politischen Parteien und staatlichen Instituten.

In Dresden betrachteten die Autoperforationsartisten die gesellschaftlichen Veränderungen in der DDR als Objekt ihrer künstlerischen Tätigkeit. Sie nahmen eine radikal-kritische Praxis ein, die die Wirklichkeit in Form von Performances und Aktionen kritisch widerspiegelte und die Position des Künstlers hinterfragte. 

Partner und Förderer: Russlandjahr 2006 in Dresden, Art der Kultur, 7. Stock, Robert Bosch Stiftung