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Kulturkiosk

Kunst - Kultur - Kontrabanda aus Mittel- und Osteuropa!

Ein Projekt von Neviana Dosti, Tamar Gurchiani, Ieva Jēkabsone, Michaela Kováčová, Aliaksandr Kudrytski, Krisztina Molnár, Maxim Neroda, Kateryna Stetsevych, Erika Szabó, Katarina Tojić, Vite Wortmann und Eliza Zakrzewska

Gastinstitutionen: Deutsches Filminstitut, Filmhaus Nürnberg, Kulturbehörde der Freien Hansestadt Hamburg, al globe - Brandenburgisches Haus der Kulturen, Evangelische Akademie Sachsen-Anhalt, Werkleitz Gesellschaft, Riesa efau Kultur Forum, Bundeszentrale für politische Bildung, Bewerbungsbüro Essen für das Ruhrgebiet - Kulturhauptstadt Europas 2010, Klassik Stiftung Weimar, Kulturbetriebe der Stadt Dortmund und Forum Freies Theater

Juli 2006, Weimar, Bonn und Osnabrück (Deutschland)

Kontrabanda, die; -; [aus dem Mittelosteuropäischen = Schmuggel]: 1. Ein- oder Ausführen einer für das äußere Auge unsichtbaren Kunst unter Umgehung der offiziellen Kulturpolitik: Musik, Fotografie, Literatur; 2. das heimliche Schleichen von Kunst und Kultur aus Mittel- und Osteuropa in deutsche Städte und Köpfe; 3. Kunstwaren aus Mittel- und Osteuropa, die Sie nur am Kulturkiosk bekommen können.

Auf den Wegen der Kontrabanda kam unentdeckte Kunst und Kultur aus Mittel- und Osteuropa. Zu Zeiten des Eisernen Vorhangs schmuggelten Kulturbegeisterte westliche Kunst und Kultur in den Ostblock. Der Alltag des Ostblocks wurde dadurch bunter. Damals gingen alte Träume des Ostens in Erfüllung. Der Schmuggel ging weiter, aber in umgekehrter Richtung.

Mit einem mobilen Kulturkiosk "kontrabandierten" im Juli 2006 zwölf Kulturmanager junge Künstler und Aktuelles aus der Kunst- und Kulturszene der Länder Mittel- und Osteuropas nach Weimar, Bonn und Osnabrück. Der Kulturkiosk, der unter dem Motto "Kontrabanda unterwegs" mit einem Bus für zwei Tage in die Städte kam, wollte die Leute für Mittel- und Osteuropa begeistern. Er war das Kommunikationszentrum einer Aktion, die die Passanten und deren Vorstellungen über Mittel- und Osteuropa einbezog.

Die Aktion gliederte sich in ein Tages- und ein Abendprogramm und umfasste ein informatives und kulturelles Angebot. Tagsüber erhielt man am Kiosk Informationen über Mittel- und Osteuropa und tauschte sich über Gerüchte und Halbwahrheiten aus. Interessierte konnten die neuesten Hits aus Polen und Albanien hören, sich auf die nächste Urlaubsreise nach Litauen und Georgien vorbereiten und in ausgewählten literarischen Neuerscheinungen Russlands und Serbiens schmökern. Besucher konnten erste Sätze Ungarisch und Ukrainisch lernen, verschiedenen Märchen aus Rumänien oder der Slowakei lauschen und Tänze aus Lettland und Belarus lernen.

Abends feierte die Kontrabanda ein Kulturfest mit Kunst- und Kulturschmugglern, jungen Filmemachern, Autoren und Bands aus Mittel- und Osteuropa. Sie zeigten bisher unbekannte Seiten der aktuellen Kunstszene ihrer Länder. Zu Balkan-Beat und mit einem VJ aus Russland wurde bis zum Morgengrauen getanzt.

Förderer: Robert Bosch Stiftung, Europäische Kommission - Jugend in Aktion