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Tito was not here

Performing Yugoslavia in the 21st Century

Ein Projekt von Ksenija Čočkova, Elisabeth Desta, Nita Hasani, Juliane Rahn und Ivana Vaseva

Gastinstitutionen: E-Werk Freiburg, Qendra Multimedia, Alte Feuerwache Mannheim, Gradsko Pozorište Jazavac und Literaturhaus Köln

September 2012, Dom Omladine, Banja Luka (Bosnien und Herzegowina)

35 Jahre regierte Josip Broz, genannt Tito, Jugoslawien. Die Ära des blockfreien Kommunismus taucht im Vergleich zur jüngsten Vergangenheit und zur gesellschaftlichen Realität dieser Region nicht selten in (jugo)nostalgischen Erinnerungen auf: Tito lebt in den Köpfen als Symbol für "die gute, alte Zeit" weiter, seine Person wird als heroische Figur verklärt.

Das Projekt fragte nach den Reaktionen, die diese Gratwanderung zwischen historischer Begebenheit und mythischer Verklärung bei jungen Menschen auslöst, die Tito nur aus Schulbüchern und den Erinnerungen der Eltern und Großeltern kennen, und nach ihrer Begegnung mit dieser glorifizierten Gestalt, deren faktische Abwesenheit im 21. Jahrhundert sich durch eine permanente narrative Anwesenheit auszeichnet.

Ziel des Projekts war es, in einem kleinen Rahmen einen neuen Spiel- und Freiraum für die unabhängige Literatur- und Theaterszene in der Region zu schaffen. Dort konnten junge Künstler aus dem ex-jugoslawischen Raum über ethnische und räumliche Grenzen hinweg zusammenkommen. Aus vielen von jungen Autoren eingesandten literarischen Texten wurden von einer Jury sechs Texte ausgewählt. Diese wurden dann von einem gemischten Theaterteam aus Bosnien und Herzegowina, Kosovo und Mazedonien bearbeitet und in Banja Luka dreisprachig uraufgeführt.

Die Aufführungen wurden von Diskussionen mit den Schauspielern, Regisseuren und Autoren sowie einer szenischen Lesung der nicht-inszenierten Texte begleitet. Die literarische und performative Intervention der gemeinsamen kommunistischen Vergangenheit ermöglichte eine politisch neutrale Begegnung aller Teilnehmenden und regte alternative Ansätze von Erinnerungskultur(en) an.

Jury: Doruntina Basha (RKS), Gjoko Zdraveski (MK) und Lili Mihajlović (SI)

Texte: Kristina Posilović (HR), Danka Sekulović (SRB), Ajla Terzić (BiH), Sandra Lalić-Zupur (BiH), Vesa Qena (RKS) und Maja Vaseva (MK)

Regie: Goran Damjanac (BiH) und Hana Qena (RKS). Mit Dejan Andrić (BiH), Marko Dukić (BiH), Sanja Ruseska (MK), Arta Selimi (RKS) und Ana Stojkova (MK)

Partner und Förderer: Center for Drama Arts (CDA) T-HOUSE und Gesellschaft für mazedonisch-deutsche Freundschaft und Zusammenarbeit, Skopje (Mazedonien), Nevid Teatar, Robert Bosch Stiftung, Goethe-Institut Verbindungsbüro Skopje, Verein für mazedonisch-deutsche Freundschaft und Zusammenarbeit Skopje, Omladinski Savjet Banjaluke, KUD Čajavec