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Kunst ist überall

Interventionen im öffentlichen Raum

Ein Projekt von Wiebke Stadler, Kulturmanagerin an der NGO Kontrapunkt, Skopje, Mazedonien

Ausschreibung: März ̶ April 2010
Realisierung: 9. September 2010
Abschlusspräsentation: 12.November 2010

Öffentlicher Raum Skopje, Kulturzentrum CK, Skopje, Mazedonien

Der öffentliche Raum in Mazedonien wird, wie fast überall auf der Welt, von Bildern mit kommerziellem Interesse dominiert. Skopje ist überladen mit Botschaften, die allein an ein zweckorientiertes Interesse gerichtet sind, das auf Besitz und Eigentum zielt.

„Kunst ist überall“ setzte einen Kontrapunkt zu dieser Aneignung des öffentlichen Raumes. Auf eine öffentliche Ausschreibung hin wurden über 100 Texte von mazedonischen und deutschen Autoren eingereicht, von Kurz-Kurzgeschichten, Gedichten und Haikus bis hin zur Visuelle Poesie. Eine deutsch-mazedonische Jury wählte je vier mazedonische und deutsche Texte aus.

Ausgewählte Texte waren: Haiku von Nina Andova (MK), „Materialermüdung tragender Teile” von Vinzenz Fengler (DE), „Die Schatten ziehen an uns vorüber” von Nikola Madzirov (MK), „Ich werde” von Mane Manushev (MK), „Ein Blatt” von Toni Popov (MK), „Gezeichnet” von Claudia Toman (DE), „Chamäleon” von Jan Wagner (DE) und „Paul hat ein Verhältnis” von ella carina werner (DE)
Diese wurden ins Deutsche, Mazedonische und Albanische übersetzt und von den Designern Haina Fischer (D), Gjorgje Jovanovik (MK), Carolin Loebbert (D) und Branko Prlja (MK) visualisiert. Die Ergebnisse dieser künstlerischen Kooperation wurden im September 2010 im öffentlichen Raum von Skopje an Hauswände, Pfosten und Fassaden plakatiert.

„Kunst ist überall“ zeigt mit kleinen Eingriffen in die tägliche urbane Kulisse, dass der öffentliche Raum für andere Arten von Botschaften genutzt werden kann: Botschaften, die bei Passanten Aufmerksamkeit erwecken und sie für einen Moment von Utilitarismus und Kommerz ablenken. Kaum beachtete öffentliche Orte (Trafostationen, Blechzäune an Baugeländen, vernachlässigte Brückengeländer usw.) wurden als Galeriewände verwendet. Auf diesen konnte eine Kunst-Botschaft angebracht werden. So sind künstlerische Produkte aus den Institutionen, die ausschließlich für sie vorgesehen sind, herausgetragen worden und wurden allen zugänglich gemacht.

Im November fand eine Abschlusspräsentation statt: Der Fotograf Samir Ljuma hat die Begegnungen der Bewohner Skopjes mit diesen grafischen und poetischen Eingriffen in den urbanen Raum festgehalten. Drei mazedonische Poeten folgten der Einladung und präsentierten ihre Texte im Kulturzentrum CK vor Publikum.

Förderer: Robert Bosch Stiftung, Goethe-Institut Verbindungsbüro Skopje
Fotos: Samir Ljuma