HALMA Konferenz „Translating Europe: New European Neighbours“
3. Literarischer Frühjahrssalon der Internationalen Elias Canetti Gesellschaft und der Stadt Ruse, 15. bis 26. April und 28. bis 30. Mai 2010
Ein Projekt von Stefanie Hübner, Kulturmanagerin in der Internationalen Elias Canetti Gesellschaft, Ruse, Bulgarien
Das Netzwerk europäischer Literaturhäuser HALMA versammelt ihre Mitglieder zweimal jährlich für mehrere Tage. Dieses Jahr war die IECG Gastgeber von 22 Vertretern unterschiedlicher Literaturhäuser, die in Ruse neue Projekte vorbereiten und Vereinsinterna diskutieren, die Stadt Ruse und auch die Räumlichkeiten und die Arbeit der Internationalen Elias Canetti Gesellschaft kennenlernen sollten.
Eine erste Möglichkeit bot sich den Halma-Mitgliedern nach einer Stadtführung im Elias Canetti Haus. Dort stellte der (Haus-) Fotograf Yavor Sedyankov ein „Best of Elias Canetti“ vor – Fotografien, aufgenommen auf den Veranstaltungen der IECG während der letzten drei Jahre. Die Ausstellung wurde von einer Reihe interessanter Veranstaltungsplakate bereichert.
Parallel zu der Ankunft der ersten Teilnehmer begann am 15. April, ganz im Sinne des Mottos der HALMA Konferenz „Translating Europe“, ein Übersetzerworkshop in den Räumlichkeiten der Österreich-Bibliothek. Die bulgarischen Autoren Kristin Dimitrova und Georgi Grozdev trafen auf ihre Übersetzer: Gabriele Tieman (Deutschland), Paraskiva Boboc (Rumänien), Hussein Mevsim und Kadriye Cesur (Türkei). Der renommierte Literaturwissenschaftler Prof. Svetlozar Igov präsentierte einen Überblick über die Entwicklung der bulgarischen Literatur nach 1989. Die Literaturwissenschaftlerin und Übersetzerin Prof. Ana Dimova gab einen Einblick in die Kunst des literarischen Übersetzens.
Am 16. April hatten die Literaten und Übersetzer die Möglichkeit, weitere Punkte ihrer Arbeit zu besprechen, während die HALMA-Mitglieder diesen Tag für interne Sitzungen nutzten. Am Nachmittag bot eine Podiumsdiskussion im KDK zum Thema „Kulturmanagement in den neuen EU-Mitgliedsstaaten am Beispiel Bulgarien und Rumänien: Entwicklungen, Möglichkeiten, Erfolge“ Möglichkeit zur Diskussion und Erfahrungsaustausch. Die Robert Bosch Kulturmanager Jakob Racek (Plovdiv), Silke Krummel (Temeswar) und Sophie Werner (Sibiu) stellten sich den Fragen der Moderatorin Teodora Kopcheva und berichteten von ihren persönlichen und beruflichen Erfahrungen als Deutsche in Südosteuropa.
Nach einer kleinen Pause eröffnete Kristin Dimitrova den dritten Literarischen Frühjahrssalon der Internationalen Elias Canetti Gesellschaft 2010. Die bulgarisch-englische Lesung aus ihrem Buch Sabazius begeisterte die ca. 60 anwesenden Gäste.
Am 17. April wurde die HALMA Konferenz auf ein Boot verlegt, das die Teilnehmer ca. 100 km flussaufwärts Richtung Zimnicea – einem kleinen rumänischen Donauhafen – brachte. Während der Fahrt widmeten sich drei Arbeitsgruppen spezifischen Projekten. Die rumänische Journalistin, Autorin und Übersetzerin Corina Bernic leitete den Workshop „Literatur im Fluss“; ein Projekt, bei dem ein Schiff mit „literarischer Ladung“ auf der Donau zwischen Wien und Ruse unterwegs sein wird.
Annemarie Türck, Bereichsleiterin für Kulturförderung und Sponsoring bei Kulturkontakt Austria, erörterte mit ihren Kollegen die Bedingungen für ein finno-ugrisches Übersetzertreffen. Während die Mitarbeiterin der Grenzland Stiftung Agnieszka Cwielag versuchte, die Realisierung des international angelegten Projekts „Rodzinna Europa - Briefe an Milosz“ voranzutreiben.
Der Frühjahrssalon wurde dieses Jahr durch eine Ausstellung der Künstlerin Antonia Duende bereichert, die in den Räumen der Österreich-Bibliothek und des benachbarten Art Cafés Teatr am 21. April eröffnet wurde. Am Abend des 21. April durfte die IECG den ungarischen Autor Gabor Schein als Gast begrüßen. Erinnern und Vergessen sind die Schlüsselbegriffe, mit denen Schein in seinem Roman spielt.
Ana Dimova und Fedja Filkova, beide Übersetzerinnen der Dichtung Paul Celans und Ingeborg Bachmanns ins Bulgarische, lasen am 24. April Passagen aus dem bewegenden Briefwechsel, der 2008 im Suhrkamp Verlag erschienen ist.
Seinen Höhepunkt und seinen vorläufigen Abschluss fand der Literarische Frühjahrssalon am Tag des fünfjährigen Jubiläums der Österreich-Bibliothek. Die Autorin Ivayla Aleksandrova begeisterte mit einer Lesung aus ihrem Aufsehen erregenden Buch „Heißes Rot“, in dem sie die Verbrechen der Kriegs- und Nachkriegszeit in Bulgarien literarisch verarbeitet. Am Abend folgte ein Kammerkonzert mit der Pianistin Maria Tshervenlieva und der Sopranistin Cygdem Soyarslan, die u.a. Werke Mahlers zum Besten gaben.
Vom 28. bis zum 30. Mai fand der internationale Drama-Workshop in Zusammenarbeit mit der Organisation für alternative Kunst und Kultur „36 Monkeys“ aus Sofia in den Räumlichkeiten der Österreich-Bibliothek statt. Jeweils vier junge Autoren und Autorinnen aus Rumänien (Târgu Mureş) und Bulgarien (Sofia) fanden sich an drei Tagen zusammen, um unter Leitung zweier erfahrener Referenten – Stefan Peca aus Bukarest und Jan Decker aus Leipzig –, die Methodik des Schreibens von Dramen zu erlernen sowie über die eigene Praxis zu diskutieren.
Ein Projekt von Stefanie Hübner, Kulturmanagerin in der Internationalen Elias Canetti Gesellschaft, Ruse, Bulgarien
Das Netzwerk europäischer Literaturhäuser HALMA versammelt ihre Mitglieder zweimal jährlich für mehrere Tage. Dieses Jahr war die IECG Gastgeber von 22 Vertretern unterschiedlicher Literaturhäuser, die in Ruse neue Projekte vorbereiten und Vereinsinterna diskutieren, die Stadt Ruse und auch die Räumlichkeiten und die Arbeit der Internationalen Elias Canetti Gesellschaft kennenlernen sollten.
Eine erste Möglichkeit bot sich den Halma-Mitgliedern nach einer Stadtführung im Elias Canetti Haus. Dort stellte der (Haus-) Fotograf Yavor Sedyankov ein „Best of Elias Canetti“ vor – Fotografien, aufgenommen auf den Veranstaltungen der IECG während der letzten drei Jahre. Die Ausstellung wurde von einer Reihe interessanter Veranstaltungsplakate bereichert.
Parallel zu der Ankunft der ersten Teilnehmer begann am 15. April, ganz im Sinne des Mottos der HALMA Konferenz „Translating Europe“, ein Übersetzerworkshop in den Räumlichkeiten der Österreich-Bibliothek. Die bulgarischen Autoren Kristin Dimitrova und Georgi Grozdev trafen auf ihre Übersetzer: Gabriele Tieman (Deutschland), Paraskiva Boboc (Rumänien), Hussein Mevsim und Kadriye Cesur (Türkei). Der renommierte Literaturwissenschaftler Prof. Svetlozar Igov präsentierte einen Überblick über die Entwicklung der bulgarischen Literatur nach 1989. Die Literaturwissenschaftlerin und Übersetzerin Prof. Ana Dimova gab einen Einblick in die Kunst des literarischen Übersetzens.
Am 16. April hatten die Literaten und Übersetzer die Möglichkeit, weitere Punkte ihrer Arbeit zu besprechen, während die HALMA-Mitglieder diesen Tag für interne Sitzungen nutzten. Am Nachmittag bot eine Podiumsdiskussion im KDK zum Thema „Kulturmanagement in den neuen EU-Mitgliedsstaaten am Beispiel Bulgarien und Rumänien: Entwicklungen, Möglichkeiten, Erfolge“ Möglichkeit zur Diskussion und Erfahrungsaustausch. Die Robert Bosch Kulturmanager Jakob Racek (Plovdiv), Silke Krummel (Temeswar) und Sophie Werner (Sibiu) stellten sich den Fragen der Moderatorin Teodora Kopcheva und berichteten von ihren persönlichen und beruflichen Erfahrungen als Deutsche in Südosteuropa.
Nach einer kleinen Pause eröffnete Kristin Dimitrova den dritten Literarischen Frühjahrssalon der Internationalen Elias Canetti Gesellschaft 2010. Die bulgarisch-englische Lesung aus ihrem Buch Sabazius begeisterte die ca. 60 anwesenden Gäste.
Am 17. April wurde die HALMA Konferenz auf ein Boot verlegt, das die Teilnehmer ca. 100 km flussaufwärts Richtung Zimnicea – einem kleinen rumänischen Donauhafen – brachte. Während der Fahrt widmeten sich drei Arbeitsgruppen spezifischen Projekten. Die rumänische Journalistin, Autorin und Übersetzerin Corina Bernic leitete den Workshop „Literatur im Fluss“; ein Projekt, bei dem ein Schiff mit „literarischer Ladung“ auf der Donau zwischen Wien und Ruse unterwegs sein wird.
Annemarie Türck, Bereichsleiterin für Kulturförderung und Sponsoring bei Kulturkontakt Austria, erörterte mit ihren Kollegen die Bedingungen für ein finno-ugrisches Übersetzertreffen. Während die Mitarbeiterin der Grenzland Stiftung Agnieszka Cwielag versuchte, die Realisierung des international angelegten Projekts „Rodzinna Europa - Briefe an Milosz“ voranzutreiben.
Der Frühjahrssalon wurde dieses Jahr durch eine Ausstellung der Künstlerin Antonia Duende bereichert, die in den Räumen der Österreich-Bibliothek und des benachbarten Art Cafés Teatr am 21. April eröffnet wurde. Am Abend des 21. April durfte die IECG den ungarischen Autor Gabor Schein als Gast begrüßen. Erinnern und Vergessen sind die Schlüsselbegriffe, mit denen Schein in seinem Roman spielt.
Ana Dimova und Fedja Filkova, beide Übersetzerinnen der Dichtung Paul Celans und Ingeborg Bachmanns ins Bulgarische, lasen am 24. April Passagen aus dem bewegenden Briefwechsel, der 2008 im Suhrkamp Verlag erschienen ist.
Seinen Höhepunkt und seinen vorläufigen Abschluss fand der Literarische Frühjahrssalon am Tag des fünfjährigen Jubiläums der Österreich-Bibliothek. Die Autorin Ivayla Aleksandrova begeisterte mit einer Lesung aus ihrem Aufsehen erregenden Buch „Heißes Rot“, in dem sie die Verbrechen der Kriegs- und Nachkriegszeit in Bulgarien literarisch verarbeitet. Am Abend folgte ein Kammerkonzert mit der Pianistin Maria Tshervenlieva und der Sopranistin Cygdem Soyarslan, die u.a. Werke Mahlers zum Besten gaben.
Vom 28. bis zum 30. Mai fand der internationale Drama-Workshop in Zusammenarbeit mit der Organisation für alternative Kunst und Kultur „36 Monkeys“ aus Sofia in den Räumlichkeiten der Österreich-Bibliothek statt. Jeweils vier junge Autoren und Autorinnen aus Rumänien (Târgu Mureş) und Bulgarien (Sofia) fanden sich an drei Tagen zusammen, um unter Leitung zweier erfahrener Referenten – Stefan Peca aus Bukarest und Jan Decker aus Leipzig –, die Methodik des Schreibens von Dramen zu erlernen sowie über die eigene Praxis zu diskutieren.