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Die Geschichte des Kosovos erzählt von Zeitzeugen

Ein Oral History Projekt von Timon Perabo, Kulturmanager am Multimedia Center Pristina, Kosovo 2007-2009

Februar bis August 2009

Wie kann ich mir interaktiv die Geschichte erschließen? Dafür hat das Projekt „Die Geschichte des Kosovos erzählt von Zeitzeugen“ Anregung gegeben. Fünfzehn Geschichts-, Soziologie und Journalismusstudenten wurden während eines viertägigen Workshops von Barbara Thimm, Leiterin des Projektes Gedenkstättenpädagogik am Jugendgästehaus Dachau, und Timon Perabo in die Methode der Oral History eingeführt. Sie entwickelten Fragebögen, lernten Interviewtechniken und führten selbständig Interviews mit Zeitzeugen.

Gemeinsam mit drei ausgewählten Seminarteilnehmern hat das Multimedia Center im Anschluss die Webseite www.kosovarhistory.com aufgebaut, die über die Geschichte des Kosovos der 1960er und 1970er Jahre informiert. Die Studenten definierten zu erforschende Themen und befragten in Interviews Zeitzeugen im gesamten Kosovo zu ihren Erfahrungen aus der Zeit. Die Gespräche zeichneten sie auf Video auf und bearbeiteten sie für die Webseite. So ist ein multimediales Geschichtsnachschlagewerk entstanden, das anhand der den Zeitzeugengesprächen entnommenen Videoclips die 1960er und 1970er Jahre im Kosovo dokumentiert.

Diese Webseite soll vor allem junge webaffine Menschen zur Auseinandersetzung mit ihrer Geschichte anregen. Und sie trägt dazu bei, dass die Geschichten derer erzählt und festgehalten werden, die in den Geschichtsbüchern des Kosovos kaum oder keine Erwähnung finden. Dazu zählt die Geschichte von Frauen, ökonomisch benachteiligten Menschen, ethnischen Minderheiten und Menschen aus dem ländlichen Raum.

Der kosovarische Kulturminister übernahm die Schirmherrschaft für das Projekt und weihte die Webseite gemeinsam mit dem deutschen Botschafter in Pristina am 20. August 2009 ein.

Das Projekt entstand in Zusammenarbeit mit der Universität Pristina und wurde vom Goethe-Institut, der Robert Bosch Stiftung und dem kosovarischen Kulturministerium gefördert.

Link zur Projekt-Website