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Kino auf Hauswänden – ein filmischer Spaziergang durch die Stadt

Ein Projekt von Timon Perabo, Kulturmanager am Multimedia Center, Pristina, Kosovo von 2007-2009

Jedes Jahr zum Filmfestival „Dokufest“ in Prizren strömen die Cineasten von Kino zu Kino. Im Jahr 2008 wandelte sich die Stadt selbst zum Kino. Die Hamburger Künstlergruppe „A wall is a screen“ veranstaltete am 7. und 8. August 2008 Kurzfilmspaziergänge durch die Straßen der Stadt. Mit ihrem mobilen Projektionsgerät zeigten sie Kurzfilme auf Wänden im öffentlichen Raum. Nach dem Ende eines Films zogen sie zur nächsten Wand weiter, das immer weiter anwachsende und faszinierte Publikum im Schlepptau.
Die Menschen sahen ihre Stadt nicht nur in neuem Licht. Im Zusammenspiel von Film und Ort verwischten auch Fiktion und Realität. Auf dem Haus gegenüber der orthodoxen Kirche lieferten sich zwei Männer eine hitzige Debatte über die Existenz Gottes. Die Geschichte von Bauarbeitern, die sich ihr einfaches Leben mit dem Traum von einer blühenden Stadt versüßen, war in einem zerfallenen Viertel Prizrens zu sehen. Und auf einem Pausenhof einer Schule wurde ein Film gezeigt, in dem Kinder sich auf eben so einem Hof treffen und sich von Filmen erzählen, die sie im Kino gesehen haben.

Das Projekt wurde vom Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland und der Robert Bosch Stiftung gefördert und in Zusammenarbeit mit dem Dokufest durchgeführt.