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Deutsch Lernen mit Rap – Workshop, Konzert und Party

Datum: 24.-26. September 2009

Veranstaltungsort: Gheorghe Lazăr Gymnasium Hermannstadt (Workshop), Art Café (Konzert und Party)

Das Deutsche Kulturzentrum Hermannstadt hat vom 24. bis 26. September 2009 Jugendliche eingeladen, in einem zweieinhalbtägigen spannenden, dynamischen und interaktiven Workshop, angeleitet von zwei Workshopleitern aus Deutschland, Jonas Renner und Martin Schuck, eigene Raptexte auf Deutsch zu verfassen – also: Deutsch zu Lernen mit Rap-Musik. Am Ende des Workshops wurden dann im Rahmen eines Konzerts die eigenen Raps vor Publikum präsentiert und anschließend wurde zu angesagten Beats getanzt. Am letzten Tag wurde auch noch den Lehrern ein kleiner Einblick in die vielfältigen Möglichkeiten, Rap-Musik in den Lehrplan miteinzubeziehen im Rahmen eines Workshops für Lehrer geboten. Rap kann hier etwa beim Erlernen von Friedrich Schillers „An die Freude” oder als Animation zum kreativen Schreiben durch das Rap-Texten behilflich sein und ganz nebenbei werden auch noch rhetorische Figuren wie die Metapher, die Analogie oder die Synekdoche mit Beispielen aus Rap-Texten anschaulich gemacht und vertieft.

Ob übers Radio, übers Fernsehen oder aus dem Internet – Rap-Musik ist heute aus dem Leben vieler junger Erwachsener nicht mehr wegzudenken. Aber für viele von ihnen ist diese Musik nicht allein zum Hören da – immer mehr Jugendliche greifen auch selbst zu Stift und Papier, um ihre Gedanken und Gefühle im Rap festzuhalten und dann vorzutragen. Warum also sollte es nicht möglich sein, mit Rap-Musik auch die deutsche Sprache fremdsprachlichen Jugendlichen näherzubringen?

Diese Frage haben sich auch Jonas Renner und Martin Schuck gestellt und daraus diesen Workshop unter dem Motto „Deutsch Lernen mit Rap-Musik“ entwickelt. Die beiden Workshopleiter veranstalten seit 2001 Rap-Workshops sowohl für deutschsprachige Jugendliche als auch für junge Erwachsene, deren Muttersprache nicht Deutsch ist. Sie selbst haben seit etwa 1993 Rap als Ausdrucksform gefunden und seit dieser Zeit mit verschiedenen Bands deutschlandweit auf Bühnen gestanden. Anfang 2000 hatten sie schließlich die Idee, ihre Erfahrungen und ihr Wissen Kindern und Jugendlichen in Form von Rap-Workshops weiterzugeben.

Der Workshop am Deutschen Kulturzentrum Hermannstadt richtete sich an Jugendliche, die bereits über Kenntnisse der deutschen Sprache verfügen und Interesse daran haben, diese mit der Arbeit an eigenen Rap-Texten auch einmal praktisch anzuwenden und gleichzeitig zu verbessern. Nach einigen Informationen zur Entwicklung der Rap- und Hip-Hop-Kultur seit Mitte der 70er Jahre bis heute mit Bildern, Musik- und Videobeispielen ging es um Fragen wie: Was ist ein guter Rap-Vortrag? Wie sind Rap-Texte strukturiert und aufgebaut? Welche unterschiedlichen Formen gibt es? Danach haben die Teilnehmer mithilfe bekannter deutscher Rap-Songs einfache Refrains und Rap-Parts eingeübt, um sich so an den Rhythmus der Musik und an das laute und selbstbewusste Vortragen zu gewöhnen; dabei hatten sie die Möglichkeit, ihren Wortschatz auch mit Wörtern und Redewendungen zu erweitern, die tatsächlich aus dem Alltag deutscher Jugendlicher gegriffen sind.

Im Anschluss daran wurden die Teilnehmer dann selbst kreativ und haben auf der Grundlage des bisher Gelernten eigene Rap-Texte geschrieben, die sie auch jederzeit sofort mit dem Mikrofon zu Beats gerappt und so Reime und Rhythmus „ausprobiert“ haben. Hier wurden die Reimwörterbücher gewälzt, der Rhythmus mitgetrommelt, ungewöhnliche Sprachbilder entstanden und immer wieder wurden kurze, die Texte begleitende Choreografien einstudiert. Zweieinhalb Tage waren die 26 Teilnehmer so konzentriert, dass man sie zu einer kurzen Mittagspause regelrecht zwingen musste.

„Ich wusste gar nicht, dass Deutsch Lernen so toll sein kann”, sagte eine der Workshopteilnehmerinnen und neben ihr grinste ein Baseball-bemützter Junge sie an und rappte „Hey – sowas sollte man viel öfter machen, solche coolen, sensationellen Workshopsachen”.

Am Abschluss dieses zweieinhalbtägigen Workshops standen die Jugendlichen dann mit ihren selbst verfassten Rap-Texten auf der Bühne im Art Café vor gesammeltem Publikum, das begeistert mitsang. Bis zum Morgengrauen wurde gerappt, gereimt und getanzt – und gehofft, dass es so etwas bald wieder geben wird.

Förderer: Robert Bosch Stiftung, Goethe-Institut Bukarest