Remapping Skopje - Internationale und interdisziplinäre Werkstattwoche zur Wahrnehmung der Stadt
Internationale und interdisziplinäre Werkstattwoche zur Wahrnehmung der Stadt
29.09.-05.10.2008
Kulturzentrum Tocka, Skopje
Projektleitung: Julia Lechler, Kulturmanager-Alumna, NGO Kontrapunkt/Kulturzentrum Tocka, Skopje, Mazedonien
Referenten des Workshops: Biljana Stefanovska, Architektin, TU Darmstadt
Bertram Weisshaar, Spaziergangsforscher, Leipzig (www.atelier-latent.de)
Maren Harnack, Architektin/ Stadtplanerin, HCU Hamburg
Unter dem Titel „Remapping Skopje“ hat im Herbst 2008 eine internationale, interdisziplinäre Werkstattwoche in Skopje stattgefunden, während der die Stadt und ihre Räume auf neue Weise erkundet und reflektiert wurden.
Ziel des Projekts war es, unter Einbeziehung mehrerer Disziplinen wie bildende Kunst, Fotografie, Architektur, Stadtplanung, Soziologie u.a. einen anderen Blick auf Skopje zu werfen, verschiedene Schichten und Bedeutungen der Stadt zu identifizieren und diese durch Visualisierung, Audifizierung etc. kommunizierbar zu machen.
Der Heterogenität der Stadt sollte mit der Heterogenität der Teilnehmer mit ihren unterschiedlichen Ethnizitäten bzw. Nationalitäten als auch disziplinären Verortung Rechnung getragen werden.
Insbesondere ging es darum, die Vielschichtigkeit Skopjes zu zeigen und einen kleinen Beitrag dafür zu leisten, die Teilung der Stadt entlang ethnischer Linien etwas aufbrechen zu helfen.
Wie der Titel schon sagt, wurde insbesondere auf Basis der Methode des „Mappings“ das Stadtgefüge reflektiert, mit der seit einigen Jahren wieder verstärkt (in Anlehnung an die „Situationistische Internationale“ bzw. den „New Situative Urbanism“ und die Psychogeographie) in der internationalen zeitgenössischen Kunst als auch in Architektur und Stadtplanung gearbeitet wird.
„Mapping“ als künstlerische Praxis umfaßt Vorgehensweisen des Beobachtens, Sammelns und Aufzeichnens, was unter Zuhilfenahme unterschiedlicher Medien geschehen kann, von der Fotografie über die schriftliche Notiz, das Video etc. bis hin zur Zeichnung einer tatsächlichen Karte.
Parallel zum Workshop wurde das Kulturzentrum Tocka in ein offenes Archiv umfunktioniert, wo alle Interessierten dazu eingeladen waren, an einer Umfrage zu ihren persönlichen Wahrnehmungen der Stadt und ihrer Räume als auch Erinnerungen teilzunehmen.
Ergebnis des Workshops sind 12 Beiträge, 12 unterschiedliche Annäherungen an unterschiedlichste urbane Phänomene und Aspekte der Stadt, die im Anschluß an den Workshop in einer öffentlichen Präsentation vorgestellt wurden.
Inhalt der Beiträge war u.a. die „Kirche für jeden Tag“ als informelles Gestaltungselement des zeitgenössischen Skopjes, die informellen Wege in der Stadt, der symbolische Umbau Skopjes zur Hauptstadt des jungen Staates Mazedoniens oder eine Kartierung der Stimmungen in der Stadt.
Das Projekt wurde von der Deutschen Botschaft Skopje und der Robert Bosch Stiftung gefördert.
Teilnehmer und Beiträge:
Anon: SWALLOW YOUR LOAD, A SECRET MAP OF SKOPJE (map of the queer spaces in Skopje from the 70ies to today)
Matej Bogdanovski: MY CITY - OUR CITY (interactive painting, oil on canvas)
Antonio Dimitrov/Bertram Weisshaar/Carmen Gray: Sound mapping: Alternative mapping of the city of Skopje (Multimedia-Installation and Sound-Performance)
Carmen Gray: Skopje. A cut-up poem (poem)
Blaž Križnik/Goran Janev: FROM OPEN CITY TOWARDS GRAND NATIONAL CAPITAL - Mapping the symbolic reconstruction of Skopje (Essay and visuals)
Dragan Krstevski/Maja Lukarevska: A Mood Map of Skopje (interactive map)
Nikola Nikolovski/Lazar Dimov: Data intruders (multimedia installation, intervention in public space)
Divna Pencic: Informal public space – the „church of every day” (Essay with visuals)
Velimir Žernovski: Remapping reality – mapping dreams (Essay and visual reflection on the current urban developments and the possible transformation of abandoned buildings into spaces of culture)
Aleksandra Šekutkovska: Mapping the visual identity of Novo Maalo (animated visual presentation)
Žaneta Vangeli: Selfreferential ready-mades (inkjet print)
Simona Veselinska: Defined-undefined, planned-unplanned movement (animated visual presentation)