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MENDELSOHN SALON
»Iturriaga Quartett – Kammerkonzert«

Ein Projekt von Yvonne Meyer, Kulturmanager-Alumna für die Kulturgemeinschaft Borussia, Allenstein/Olsztyn, Polen

14. Juni 2007
in der Galerie für zeitgenössische Kunst BWA, Allenstein/Olsztyn

Eine der ersten Veranstaltungen des Allensteiner Kultursommers 2007 war das Kammerkonzert des Iturriaga Quartetts. Dieser MENDELSOHN SALON hatte zum Ziel, einen Ausschnitt aus dem großen Spektrum jüdischer Komponisten des 20. Jahrhunderts zu präsentieren und damit vorherrschende Erwartungen an jüdische Musik zu unterlaufen und zu übertreffen. Zum Beispiel mit dem Komponisten Abel Ehrlich (1915-2003), der, in Ostpreußen geboren, als deutscher Jude von den Nationalsozialisten verfolgt wurde und zuerst nach Jugoslawien und dann nach Palästina emigrierte.
Die jungen Musiker des Iturriaga Quartetts widmen sich intensiv der Kammermusik des 20. Jahrhunderts, insbesondere Werken einst politisch verfemter Komponisten wie Berthold Goldschmidt oder Ignace Strasfogel. Sie arbeiteten mit Ehrlich zusammen, der sogar eigens für sie Stücke komponierte, und erhielten durch ihn wertvolle Anregungen für ihre Arbeit. Das Quartett steht für hohe musikalische Qualität und es gastiert regelmäßig bei angesehenen Musikfestivals. Die Musiker aus Leipzig traten bereits mit Heinz Holliger und dem Ensemble Modern auf und spielen auf internationalen Bühnen, so u. a. 2006 bei einer Südamerika-Tournee mit dem Goethe-Institut.
Mehr als 100 Gäste waren gekommen, um das anspruchsvolle Programm zu erleben. Sie hörten neben dem Streichquartett F-Moll op. 80 von Felix Mendelssohn Bartholdy das Streichquartett Nr. 1 von Ignace Strasfogel und das sehr selten aufgeführte Stück „Flaschenpost“ von Abel Ehrlich. Mit dem Konzert ist es gelungen, das Publikum dafür zu sensibilisieren, dass sich jüdische Musikkultur keineswegs auf Klezmer beschränkt. Die künstlerische Meisterschaft des Quartetts und das professionelle wie menschliche Interesse der Künstler an den Komponisten hat die Konzertbesucher überzeugt: Es ist wichtig, die Werke der einst verfolgten Komponisten für die gegenwärtige Kultur zu erschließen und zu erhalten.

Die Veranstaltung wurde finanziell unterstützt von der Robert Bosch Stiftung und dem Generalkonsulat der Bundesrepublik Deutschland in Danzig.

Foto: Bernard Wawrzyniewicz, © 2007 Archiv MOK.

Itturiaga Quartett (v.l.: Aitzol Iturriagagoitia, Rebekka Riedel, Miguel Ángel Lucas, Iokine Iturriagagoitia)