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MENDELSOHN SALON

Positionen zur zeitgenössischen Auseinandersetzung mit der deutsch-jüdischen Vergangenheit der Stadt

Ein Projekt initiiert von Yvonne Meyer und weiterentwickelt durch Bernd Vogenbeck

Gastinstitution: Stiftung Borussia

2006 bis 2011, Olsztyn/Allenstein (Polen)

Viele Jahre arbeitete die Borussia an der Erhaltung des ehemaligen jüdischen Hauses der Reinigung Bet Tahara, errichtet 1911 bis 1913 von Erich Mendelsohn. Der Ort kehrte in die Erinnerung der Einwohner von Stadt und Region zurück und bekam eine neue Funktion: Das Zentrum für Interkulturellen Dialog ist Raum für Begegnungen und gemeinsame schöpferische Arbeit für Menschen verschiedener Nationalitäten, kultureller Herkunft und Weltanschauung.

Unter dem Titel MENDELSOHN SALON entstand für die Stiftung Borussia ein innovatives Format, das bis zur Fertigstellung des MENDELSOHN HAUSES diverse Orte der Stadt bespielte. So fand parallel zum Aufbau des Kulturzentrums bereits Programmarbeit statt.

In Ermland und Masuren wurden seit Anfang der 90er-Jahre viel unternommen, die vergessene vielfältige Kulturlandschaft wiederzuentdecken und Wege aufzuzeigen, mit dem materiellen Erbe der Vergangenheit umzugehen. Die Auseinandersetzung mit der jüdischen Geschichte etablierte sich dabei nur langsam. Durch das Angebot der Borussia an die Bevölkerung, sich im Rahmen des MENDELSOHN SALONS speziell diesem Themenkomplex zu widmen, ist das Interesse merklich gestiegen. Veranstaltungen wie die Tage der Jüdischen Kultur haben mittlerweile großen Zulauf.

Im Zentrum des Interesses der Reihe MENDELSOHN SALON standen die deutsch-jüdische Vergangenheit der Stadt vor 1945 und die Frage, auf welche Weise diese von nachfolgenden Generationen erinnert wird. Auf deutsch-polnische Aspekte wurde besonderes Augenmerk gelegt. Ziel war es, nicht nur deutsche Kunst- und Kulturprojekte in Olsztyn/Allenstein zu präsentieren, sondern sie darüber hinaus mit polnischen Künstlern, Wissenschaftlern und Theoretikern zu diskutieren. Der Öffentlichkeit wird so neben einem möglichst breiten Spektrum an Positionen auch die Möglichkeit zur aktiven Auseinandersetzung geboten. Mit der Reihe konnten Kontakte zu Künstlern, und Wissenschaftlern, zu Architekten und Journalisten geknüpft werden, die das Zentrum für interkulturellen Dialog MENDELSOHN HAUS nachhaltig unterstützen. Informationsmaterial zu Erich Mendelsohn und der jüdischen Geschichte Allensteins wurde neu erschlossen und erstmals ins Polnische oder Deutsche übersetzt.

Die Reihe wird heute im neu eröffneten Zentrum für interkulturellen Dialog MENDELSOHN HAUS fortgeführt.

Partner und Förderer: diverse Kulturinstitutionen und Organisationen in Olsztyn/Allenstein und Umgebung, Robert Bosch Stiftung, Generalkonsulat der Bundesrepublik Deutschland in Danzig, Goethe-Institut Warschau, Stadtverwaltung Olsztyn u.a.

Zentrum des interkulturellen Dialogs

Foto: Jacek Sztorc, WK Borussia