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Ostpunk! Too much future

Ostpunk! Too much future

Ein Projekt von Frauke Wetzel, Kulturmanager-Alumna, Collegium Bohemicum, Aussig/Ústí nad Labem, Tschechien

25.3. 2009, 19.30

Filmklub Aula, Universität Ústí nad Labem, České mládeže 8

Die Punkszene in der Tschechoslowakei unterschied sich sicher von der Ostdeutschlands. Doch die Ideen, die Wünsche, die Rebellion dort, wo junge Leute einen absoluten Weg wählen, waren in beiden Diktaturen vergleichbar.
Punk im Osten lehnte sich auf gegen eine "Diktatur des Proletariats". Er war Ausdruck jugendlichen Leicht- und Frohsinns, unterstützt durch den Mut zum Dilettantismus. Es existierte kein kultureller Gegenentwurf, sondern ein lustvolles Dagegen-Sein. Aber der sozialistische Staat kannte keinen Spaß und drangsalierte und verfolgte die Punks, sperrte sie erst aus und dann nicht selten ein.
Die Punkgeschichte der DDR ist auch deshalb einmalig, weil der Staat und sein verlängerter Arm, das Ministerium für Staatssicherheit, unverhältnismäßig und massiv gegen diesen Ausbruchsversuch vorgingen. Daraus resultieren die unterschiedlichsten Biografien, sie sind voller dramatischer Wendungen und es gibt in ihnen die unglaublichsten Vorfälle.

"ostPUNK!/too much future" ist der Versuch, dieses komplexe Thema in 90 Minuten zu beleuchten. Dabei geht es nicht um Bildungsfernsehen, sondern, dem Gegenstand des Films entsprechend, um Vitalität und Unterhaltung. Der Film startete 2007 in den deutschen Kinos.

Nach der Filmvorführung an der Universität Ústí nad Labem fand eine Diskussion mit Mikoláš Chadima, Luděk Marks und Fred Pištěk über die Situation der Musiker in der sozialistischen Tschechoslowakei statt. Alle drei Musiker und Aktivisten zeigten sich sehr bewegt durch den Film. Der Dokumentarfilm führte ihnen ihre eigenen Erlebnisse vor Augen, auch die Unterdrückung, die Zweifel, ob das Anderssein und die darauffolgende Unterdrückung es wert waren, zum Teil völlig isoliert zu sein.

Alle Beteiligten wollen den Film gerne noch häufiger zeigen und sind überzeugt davon, dass diese Geschichte bisher sehr vernachlässigt wurde.

 
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http://www.radio.cz/print/de/114744