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Interreligiöse Begegnungen – Spotkania między religiami

Interreligiöse Begegnungen – Spotkania między religiami
vier Podiumsdiskussionen von April bis Oktober 2008 im EDITH STEIN HAUS

Ein Projekt von Ulrike Pötzsch, Kulturmanager-Alumna, EDITH STEIN HAUS, Breslau/Wrocław, Polen

Von April bis Oktober 2008 fanden im EDITH STEIN HAUS vier „Interreligiöse Begegnungen – Spotkania między religiami“ statt, bei denen Podiumsgäste aus Deutschland, Polen, Großbritannien und den Niederlanden mit dem Publikum diskutierten.

Ideengebend für dieses Projekt waren nicht nur das Europäische Jahr des Interkulturellen Dialogs 2008, sondern auch der 70. Jahrestag der Novemberpogrome von 1938 sowie der 40. Jahrestag der polenweiten sogenannten „Antizionistischen Kampagnen“ von 1968.

Eröffnung am 13. April 2008: Die Grundlagen des Dialogs

Die feierliche Eröffnung der Veranstaltungsreihe am 13. April 2008 war von großer inhaltlicher und symbolischer Bedeutung. Unter dem Titel „Das, was uns verbindet. Die Grundlagen des Dialogs“ diskutierten jüdische, christliche und muslimische Würdenträger aus Breslau mit über 120 Gästen. Verbindende Glaubenstraditionen wurden dabei ebenso herausgestellt wie gemeinsame gesellschaftliche Herausforderungen. In der Stadt Breslau kooperieren die verschiedenen christlichen Konfessionen, die jüdische Gemeinde und das muslimische Glaubenszentrum bereits seit Jahren sehr eng miteinander. Jedoch war eine Diskussion dieser Art sowohl aus Sicht der Referenten als auch des Publikums sehr notwendig.

26. Mai 2008: Judentum – Christentum – Islam

Aufbauend darauf standen bei der zweiten Veranstaltung am 26. Mai 2008 unter dem Titel „Judentum – Christentum – Islam. Gemeinsame Wurzeln – Vielfalt der Traditionen“ konkrete Gemeinsamkeiten, Unterschiede und Konfliktfelder der drei monotheistischen Religionen im Mittelpunkt.

23. September 2008: Benno Jacob

Die dritte und vierte Begegnung war Persönlichkeiten mit Bezug zu Breslau gewidmet, die zu Toleranz und  Dialog beigetragen haben. Das Leben und Werk von Benno Jacob (1862-1945), einem herausragenden Vertreter des Breslauer Rabbinerseminars, wurde am 23. September 2008 beleuchtet. Bekannt ist der Rabbiner vor allem für seine unkonventionelle Lesart der Bibel sowie als Autor bedeutender Tora-Kommentare. Er engagierte sich bereits während seines Studiums im Kampf gegen den an Universitäten herrschenden Antisemitismus.

12. Oktober 2008: Edith Stein und Etty Hillesum

Während der vierten Veranstaltung am 12. Oktober 2008, die im Rahmen des 2. Edith Stein Wochenendes stattfand, wurden die geborene Breslauerin Edith Stein (1891-1942) und die holländische Jüdin Etty Hillesum (1914-1943) zueinander in Beziehung gesetzt. Beide Frauen gingen unterschiedliche Lebenswege, kamen jedoch in Auschwitz ums Leben. Beide reflektierten intensiv über ihr jüdisches respektive christliches Selbstverständnis und ihre Spiritualität. Beide Frauen bezogen Stellung zur Judenverfolgung der Nationalsozialisten.

Bleibendes Zeichen: „Stolperstein“

Im Anschluss an die vierte Veranstaltung wurde am 12. Oktober 2008, den 117. Geburtstag von Edith Stein, der polenweit erste „Stolperstein“ auf dem Gehweg vor dem EDITH STEIN HAUS verlegt. Er erinnert die Passanten daran, dass dieses Haus Wohnort der berühmten Philosophin und Patronin Europas war. Mehr als 16.000 solche Steine des Künstlers Gunter Demnig halten in Deutschland und verschiedenen Ländern Europas das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus wach.
Derzeit entsteht eine zweisprachige Broschüre zur Dokumentation der Veranstaltungsreihe, welche voraussichtlich im Juni 2009 erscheint.

Mit freundlicher Unterstützung des Auswärtigem Amts der Bundesrepublik Deutschland, der Konrad-Adenauer-Stiftung und der Robert Bosch Stiftung.

Veranstaltungsplakat
Podiumsgäste Dagmara Nowak (PL) und Rabbiner James Baaden (GB) am 12.10.2008
Podiumsgast Edward Skubisz (NL) mit Moderatorin Elzbieta Dzikowska am 23.09.2008