Toxoplasma
Ein Projekt von Frauke Wetzel, Kulturmanager-Alumna, Collegium Bohemicum, Aussig/Ústí nad Labem, Tschechische Republik
23. Januar 2009
Činoherní studio/Schauspielhaus Ústí nad Labem
Im Jahr 1994 bricht in der tschechischen Kleinstadt K. eine Toxoplasmose-Epidemie aus. Die körperlichen Symptome sind relativ harmlos und ähneln einer leichten Grippe. Doch etwas anderes irritiert die Einwohner: Ihre infizierten Mitbürger beginnen sich seltsam zu verhalten.
Bei Untersuchungen machen Parasitologen der Karls-Universität Prag auch bei Menschen erstaunliche Beobachtungen: Der Parasit Toxoplasma verändert offenbar die Persönlichkeit der infizierten Personen. Eine Ansteckung führt zur Enthemmung und bewirkt den Verlust von Schamgefühl und moralischen Bedenken.
Die Inszenierung rekonstruiert auf Grund von Originalmaterial den Vorfall in der tschechischen Kleinstadt K. Anhand des authentischen Falls stellt das Projekt die Frage, was geschieht, wenn die üblichen Regeln des Miteinanders nicht mehr gelten und zeigt einen spezifischen Blick von außen auf den Alltag eines tschechischen Dorfes, der von den Zuschauern unter Lächeln widererkannt wurde.
Das Berliner Theater- und Performancekollektiv lunatics produktion entwickelt seit 2001 Projekte, die auf authentischen Geschichten und historischer Recherche beruhen.
Die Recherche zum Stück Toxoplasma führte lunatiks, mit freundlicher Unterstützung des Goethe-Instituts, im Jahr 2008 nach Tschechien.
Dass Toxoplasma nicht mal zwei Monate nach der Uraufführung in Leipzig auch in Ústí nad Labem gezeigt wird, war ein Dankeschön an die Aussiger Gastgeber und nicht zuletzt an das Schauspielhaus Ústí nad Labem, die lunatiks auch schon im vergangenen Jahr Beifall klatschten.
Mit freundlicher Unterstützung des Goethe-Instituts, der Robert Bosch Stifung und des Schauspielhauses Ústí nad Labem.