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Literaturfrühling

Literaturfrühling Banská Bystrica 

Ein Projekt von Lysann Schönherr, Bildungsmanager-Alumna am Regionalen Fortbildungszentrum Banská Bystrica

1. April-13. Mai 2008

Gleich vier deutschsprachige Autoren brachten von Anfang April bis Mitte Mai frischen Wind in die Literatur- und Kulturszene Banská Bystricas. Allen ist gemeinsam, dass sie sich an mehreren Orten dieser Welt zu Hause fühlen und dies auch literarisch in ihren Werken zum Ausdruck bringen.

Den Auftakt gab der (Literatur-)preisgekrönte rumänische Autor mit Schweizer Staatsbürgerschaft Dorian Catalin Florescu mit Auszügen aus seinen Werken „Der blinde Masseur“ und „Wunderzeit“.

Der Autor sagt über sich selbst, er habe eine „bruchstückhafte Identität“ – „Es ist ein typisches Emigrantenschicksal, wie es inzwischen Millionen teilen, mit verschiedenartigen Identitäten, die aus Bruchstücken bestehen. Meine Identität, mein Leben hat in Osteuropa rumänischer Prägung angefangen und der Wunsch meiner Eltern nach Freiheit hat mich in die Schweiz gebracht.“ (Deutschland Radio Kultur)

Mitte April folgte die deutsche Autorin Constanze John, die bereits im letzten Jahr zwei Monate mit einem Schriftstellerstipendium der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen zwei Monate in der Art-Home-Gallery in Šamorín verbrachte und während dieser Zeit auch ihr Lesedebüt in der Slowakei gab.

Einen Beitrag zur österreichischen Literatur leistete eine Woche später der Autor René Steininger, der mehrere Jahre als Lektor in der Slowakei und in Rumänien tätig war. Er beschreibt die während seiner Zeit im Ausland entstandenen Gedichte als „Momentaufnahmen einer verblüffend 'exotischen', für mich mitunter auch schockierenden Lebenswelt“.

Den literarischen Abschluss bildete der deutsche Autor Francesco Madeo halbitalienischer Herkunft, der aus seinem Buch „Hymne auf ein liederliches Leben“ liest. Das Kulturmagazin schreibt über dieses Buch: „Mit literarischer Raffinesse und sprachlicher Brillanz führt Madeo seine Leserschaft zunächst einmal vor eine Ekelbarriere. Hier wird alles thematisiert, worüber das wohlanständige Bürgertum geflissentlich schweigt. (…) Er schrieb eine „Hymne“ an eine Lebenskonstellation, die nie einfach war. Nicht ehelich geboren und deshalb versteckt, aufgewachsen bei den Großeltern mit all ihren Marotten. Die Geschichte seiner jungen Jahre gerät gleichsam zu einem schrillen Aufschrei wie auch zu einer Liebeserklärung an die Menschen, die ihn einst begleitet und geprägt haben.“

Förderer: Robert Bosch Stiftung, Goethe-Institut, Pro Helvetia, Österreichisches Kulturforum Bratislava