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                                                                                              Mobile Konstruktion der Rollenden Road Show

Rollende Road Show

Rollende Road Show (RRS) – Evroremont 2007

Sofia /// 21.-23.06.2007 Uhr
Stadtteil „Drujba” 1, am See

Ruse /// 28.-29.06.2007
Park der Jugend

Ein Projekt von Timo Köster, Kulturmanager-Alumnus in der Internationalen Elias Canetti Gesellschaft, Ruse, Bulgarien

Bert Neumann, renommierter Bühnenbildner an der Volksbühne Berlin, entwickelte die RRS als mobiles Container-Theater, das seit dem Jahr 2000 an Orten stattfindet, an denen gemeinhin kein Platz für Theater ist. Anliegen der RRS ist es, Theater vom Stadtzentrum in die Peripherie zu transportieren, um dort in einen Dialog mit einem Publikum zu treten, das normalerweise über keine Berührungspunkte mit dem Theater verfügt. Mit dieser Strategie der räumlichen Dezentralisierung von Kulturereignissen gelingt es der RRS, neue Potenziale im unmittelbaren Gespräch mit der Stadt und seinen Bewohnern zu generieren.

In Sofia und Ruse wurde die RRS als unabhängiges Projekt von Bert Neumann, René Pollesch, Silvana Toneva, Alexander Tiller und Timo Köster in Kooperation mit dem Goethe-Institut Bulgarien, der Internationalen Elias Canetti Gesellschaft (Ruse), dem Red House-Center for Culture & Debate (Sofia) sowie dem Sofioter Stadtteilkulturzentrum „Iskar“  durchgeführt.

Der Titel „Evroremont“ der RRS in Sofia und Ruse bedeutet soviel wie „EU-S(t)an(dardis)ierung“ und verweist auf das Ziel der inhaltlichen Auseinandersetzung mit der gegenwärtigen kulturellen und ökonomischen Situation in Bulgarien, insbesondere mit der „Euro-Euphorie“ und der bisweilen unkritischen Adaption des westlichen Lebensstils vieler Bulgaren. Die kulturelle und ökonomische Transformation in Bulgarien vollzieht sich derart rasant, dass bei vielen Menschen eine kritische Reflexion ihrer persönlichen Situation im Alltag einer geld- und konsumorientierten Gesellschaft oft zu kurz kommt.

Das Konzept des mobilen Bühnenaufbaus unterstützt die Idee der RRS als mobile Plattform für die Vermischung verschiedener Kunstgenres. Im Rahmen der RRS „Evroremont“ kam René Polleschs Inszenierung seines Stücks „Pablo in der Plusfiliale“[1] zur Aufführung, welche er schon im Mai 2007 auf Einladung des Goethe-Instituts Bulgarien mit einem Workshop in Sofia vorbereiten konnte.

Neben dem Theaterereignis gab es zahlreiche musikalische Beiträge von Candie Hank (Berlin), Kapajkos (Berlin), Spot (Ruse), Nasekomix/Vendetta (Sofia), Venci (Ruse), DJs aus Berlin, Sofia und Ruse, der Blaskapelle Sofia; künstlerische Präsentationen junger Vertreter des Kulturhauses „Iskar“, der Feuerjonglierformation „Naria Inri Magaria“ (Sofia) sowie einen  Tanzworkshop unter der Leitung von Dimitra Jonkova.

Rollende Road Show 2007 Evroremont in Sofia und Ruse:

Konzeption und Organisation: Silvana Toneva, Alexander Tiller und Timo Köster; Mobile Konstruktion der RRS 2007: Bert Neumann, Alexander Tiller; Design: Leonard Neumann (LSD).

„Pablo in der Plusfililiale“: René Pollesch (Autor und Regie), Bert Neumann (Bühnenbild), Gergana Dimitrova und Mladen Aleksiev (Regieassistenz), Darsteller: Ani Vaseva, Antoaneta Petrova, Irina Docheva, Ioanna Kastratovich, Katelina Kancheva, Sofia Ristevska, Teodora Kirilova, Tsvetelina Stojanova, Vasil Chitanov, Georgi Georgiev und Stanimir Enchev.

Die RRS 2007 in Sofia und Ruse wurden vom Goethe-Institut Bulgarien, dem Auswärtigen Amt, der Deutschen Botschaft Sofia, der Robert Bosch Stiftung, dem Bulgarischen Kultusministerium – Direktion Theater und dem Kulturamt Ruse gefördert. 
Sponsoren: Eurokamion und Drenikov Rent á car.
Medienpartner: Nationales Bulgarisches Fernsehen (BNT), Zeitschriften „Edno“ und „Zemja“

[1]  „Pablo in der Plusfiliale“ von René Pollesch ist eine clipästhetische Telenovela zwischen Trash und Theorie, Web- und Werbesprache, die im knallfarbenen Retrolook der siebziger Jahre daherkommt und sich von deren melodischen Sounds ihre Textflächen unterlegen läßt. Keine Handlung, keine Subjekte, keine Identifikationsangebote. Polleschs Figuren sind Objekte der Durchkapitalisierung, multiple Schnittstellen, soziale Displays. Im Jargon der Technologie und des Neoliberalismus reden sie über ihre Existenz, als wäre es das Selbstverständlichste von der Welt. (…) Der titelgebende Pablo (…) ist hier ein Kind, das sich in der Plusfiliale verirrt und irgendwie verlorengeht. So bekommt man ihn gar nicht zu Gesicht. Aber auch egal. Geht es doch um Welt-Anschauung: Aldi-Süd und Lidl, Schlecker und Metro werden als Kapitalismus-Monsterkonstrukt ausgemacht und zur Startrampe einer Konsumkritik erklärt, die sich quatschköpfig bewußt ist, nichts ausrichten zu können, und sich umso untergangsfröhlicher darüber kaputtlacht." (Andreas Rossmann in: FAZ, 4.05.2004, Nr. 103; S. 36)    

Nachrichtenbeitrag im bulg. Fernsehen (Zum Anhören und Ansehen)

Szene aus "Pablo in der
Plusfiliale"
Konzert der Skatepunkgruppe 
"Spot" in Ruse
Feuershowformation "Naria Inri 
Magaria" in Ruse