Shrinking Cities
14. Dezember 2006-14. Januar 2007
Kunstgalerie Ruse
Sofia /// Shrinking Cities
21. Februar 2007-3. März 2007
Dauhaus - independent art space
Ein Projekt von Timo Köster, Kulturmanager-Alumnus in der Internationalen Elias Canetti Gesellschaft, Ruse, Bulgarien
Die Internationale Elias Canetti Gesellschaft präsentierte in Kooperation mit der Ruser Kunstgalerie die „Schrumpfende Städte“-Ausstellung in Ruse. Die Ausstellung umfasste einerseits Chronologien und Querschnittsbetrachtungen, die in das Phänomen urbaner Schrumpfung einführen und die vier Untersuchungsregionen Ivanovo, Halle/Leipzig, Manchester/Liverpool und Detroit vorstellen, andererseits kulturelle Studien und künstlerische Beiträge, die aus ganz unterschiedlichen Perspektiven verschiedene Facetten von Schrumpfungsprozessen aufspüren und darstellen. In einem Workshop mit den Themen „Ruse – meine Stadt“ und „Ruse – mein Traum“ setzten sich Schüler malerisch mit ihrer Stadt Ruse auseinander. Die Zeichnungen waren ebenso im Rahmen der Ausstellung zu sehen wie die Arbeit des bulgarischen Künstlers Kamen Stojanov „Places where the world breaks away“.
Die nordbulgarische Stadt Ruse ist im besonderen den Negativauswirkungen des urbanen Wandels unterworfen. Zählte die Stadt zum Ende der 1980er Jahre noch über 200 000 Einwohner sind es im Jahr 2007 offiziell noch 150 000, wobei die tatsächliche Einwohnerzahl noch um einiges darunter liegen dürfte. Gründe für diesen Schrumpfungsprozess sind vor allem auf die verherende Umweltverschmutzung durch eine chemische Fabrik in der rumänischen Grenzstadt Giurgiu in den 1980er Jahren, die postsozialistische Deindustrialisierung in Ruse und der Region, sowie auf den starken Zentralisierungprozess innerhalb Bulgariens zurückzuführen. Die Ausstellung hatte u.a. das Ziel, die Auseinandersetzung zum Phänomen der schrumpfendenden Stadt in der Region weiter zu befördern, aber auch zu zeigen, dass urbane Schrumpfung ein globales Phänomen und nicht per se auf postsozialistische Gesellschaften beschränkt ist.
Im Anschluss an die „Schrumpfende Städte“-Ausstellung in Ruse, wanderte die Ausstellung weiter in die Hauptstadt Sofia. Zu sehen waren dort 15 Shrinking Cities-Beiträge u. a. von Antje Ehmann, Michael Baute, Harun Farocki, Clemens von Wedemeyer, Laura Horelli, Kathrin Wildner, Savva Miturich, Sergei Miturich und John Davies, sowie die Arbeiten der bulgarischen Künstler Ivo Ivanov („Sofia, Bulgaria“) und Kamen Stojanov („Places where the world breaks away“).
Die Ausstellung im Dauhaus-independent art space in Sofia wurde von drei Präsentationen begleitet, die sich auf ganz unterschiedliche Weise mit dem Thema urbaner Schrumpfung befassten: „Hot Visual City(ies)“, Lachezar Bojadjiev; „Biopolitik und städtischer Raum”, Momchil Christov und Ana Antova; „Patterns of Abandonment“, Veronika Tzekova.
Leitender Kurator: Phlipp Oswalt; Kurator für Ruse und Sofia: Timo Köster; Vladiya Mihailova (Sofia) mit Unterstützung von Yovo Panchev und dem Studio Dauhaus; Kuratorische Assistenz: Füsun Türetken, Übersetzung: Strahil Karapchanski; Design: Alina Hoyer, Berlin; Studio k1, Sofia
Die Ausstellungen in Ruse und Sofia wurden vom Auswärtigen Amt, der Deutschen Botschaft in Sofia, der Robert Bosch Stiftung und dem Goethe-Institut Bulgarien gefördert.
Ein Initiativprojekt (2002-2008) der Kulturstiftung des Bundes unter der Leitung von Philipp Oswalt (Berlin) in Kooperation mit der Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig, der Stiftung Bauhaus Dessau und der Zeitschrift Archplus.
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